You are currently viewing Isla Mujerez & Yukatan, Mexiko

Isla Mujerez & Yukatan, Mexiko

Seit Anfang Juni herrscht die Hurrikansaison, sie endet erst Ende November. Alle Segler bringen sich in Sicherheit. Nur wir wollen noch bis Ende Juli in Mexiko und Belize unterwegs sein, bis auch wir im Rio Dulce in Guatemala Schutz suchen.

Hurrikansaison

Täglich prüfen wir die Informationen des National Hurrican Center sowie Windy. Aktuell hat sich eine Current Disturbance südlich der Kapverden gebildet, mit deutlicher Bewegungsprognose auf die Karibik. Dennoch genießen wir erst einmal unsere Abenteuer in Mexiko und behalten das Wettergeschehen im Blick.

Cancun

Einklarieren in Mexiko ist sehr aufwändig. Man kann sich durch einen Agenten helfen lassen – wir können das aber selber. Die Einklarierung für die Passagiere wird zur 2-tägigen Prozedur, da der Harbourmaster an diesem Tag bereits um 12:00 Uhr schließt.  MariaNoa wird wieder einmal gefilzt, was ich immer unangenehmer empfinde, anstatt mich daran zu gewöhnen. Die Menge Alkohol pro Passagier wird moniert – dann wieder nicht.  Es riecht nach gewünschter Bestechung – ich stelle mich taub.

Nach der Prozedur auf der Isla Mujerez steht nun noch das Temporal Import Permit TIP für MariaNoa aus, welches nur in Cancun beantragt werden kann. Die Behörde ist kürzlich umgezogen und kaum auffindbar. Die Beamtin ist dann aber ausgesprochen freundlich, kompetent und spricht ein sehr gut verständliches Englisch.

Nachdem wir das TIP erhalten haben, wollen wir die Gelegenheit nutzen und Cancun noch ein wenig erobern. Bei aller Recherche scheint es jedoch keinen Ort zu geben, der es wert ist, besucht zu werden. Wir kehren unvermittelter Dinge zur Isla Mujerez zurück.

Schnorcheln im Nationalpark

Unweit von unserem Ankerplatz befindet sich ein Riff auf dem ein kleiner Leuchtturm steht. Hier gibt es Mooringbälle. Wir fahren mit dem Dingy die paar Minuten rüber und machen an dem Mooringball fest. Als wir vom Schnorcheln wieder auftauchen, sind bereits die Parkranger eingetroffen, um uns deutlich zu machen, dass nur kommerzielle Boote zulässig sind. Hätte uns ja auch klar sein können: unser kleines Dingy ist schlecht für das Riff, 2-mal 250 PS sind der pure Naturschutz!

Wir erkunden noch etwas die Bay der Isla Mujerez und fahren an Mangroven und diversen Wracks vorbei.

Einkaufen bei Chedraui

Wir fahren mit dem Dingy zum Einkaufen, d.h. wir machen bei Oscar`s fest und laufen mit unserem Hackenporsche ein ganzes Stück an der Straße zurück. Die Stassen sind für Fußgänger nicht gemacht, andererseits gibt es aber auch nicht viel Verkehr. Vor der Filiale der Supermarktkette Chedraui treffen wir Maik, den wir in der Marina Hemingway kennengelernt hatten.

Auf dem Rückweg geht uns der Sprit für den Außenborder aus. Glücklicherweise gerade als wir an der Tankstelle vorbeikommen – hier kennen wir uns aus.

Schnorcheln mit Whalesharks

Wir dachten uns: Schnorcheln mit Whalesharks ist cool, auch wenn das Abenteuer nur für viele teure Dollars zu haben ist. Mit 350 PS fliegen wir eine 3/4-Stunde Richtung Norden aufs offene Meer hinaus. Hier treffen wir mit 25 weiteren Schiffen in dem Moment ein als der erste Whaleshark gerade an der Wasseroberfläche Krill sammelt. Durch ein ausgeklügeltes System kann jedes Boot je 2 Gäste sicher in unmittelbarer Nähe des größten Fisches der Gegenwart ins Wasser absetzen und nach kurzen jedoch sehr eindrücklichen Minuten auch wieder sicher an Bord nehmen.

Walhaie sind die größten Haie und zugleich die größten Fische der Gegenwart. Die Tiere ernähren sich von Plankton, Kleinstlebewesen und kleinen Fischen, die sie durch Ansaugen des Wassers filtrieren. Walhaie werden zwischen 3 und 13 in Ausnahmefällen 18 Metern, durchschnittlich ca. 7 ½ Meter lang. Die Tiere, denen wir begegnen, entsprechen diesen Durchschnittswerten. Walhaie bevorzugen eine Wassertemperatur von 21 bis 25 °C und sind weltweit in fast allen warmen, tropischen und subtropischen Gewässern anzutreffen.

Wir müssen Tanken

Die 2 Motoren unserer MariaNoa sind inzwischen zusammen ca. 1.700 Stunden gelaufen. Wir haben insgesamt knapp 3.000 Liter Diesel getankt, was einen Durchschnittsverbrauch von 1,75 Liter / h bedeutet. Insgesamt sind dies Gesamtkosten von ungefähr 3.500 € angefallen. Rein rechnerisch haben wir unter einer Maschine eine Reichweite von 10 Tagen.

Weiter Richtung Süden

Unser Ziel ist der Rio Dulce in Guatemala. Hier wollen wir den Großteil der Hurrikansaison verbringen – von hier aus wollen wir nach Hamburg fliegen. Wir brechen von der Isla Mujerez auf zur Marina El Cid in Puerto Morelos. Wieder können wir nur Motorsegeln, denn der Wind wird nicht stärker als 10 kn. Die Marina ist ganz schön lebendig und gut gebucht. Aus den umliegenden Hotelanlagen kommen täglich Gäste um mit einem der Sportfischer für ein paar Stunden rauszufahren. Auch ein paar Segler sind hier auf dem Weg nach Norden oder wie wir auf dem Weg nach Süden. Gleich nebenan befindet sich ein Delphinarium. Die Delfine sind sichtlich gut drauf und springen zum Teil auch ohne Animation vorwärts und rückwärts aus dem Wasser.

Wir haben ein Auto gemietet

Für ein paar Tage haben wir in Puerto Morelos ein Auto gemietet, um Yucatan zu bereisen. Mit den Fahrrädern holen wir das Auto ab und brechen nach Tulum auf. Auf unserem Reiseplan stehen die Ausgrabungsstätten Tulum, Coba und natürlich Chichen Itza. Zur Abwechslung wollen wir uns in Cenoten erfrischen.

Tulum

Das Faszinierende an Tulum ist seine Lage. Das Ruinenfeld liegt direkt am Meer auf einer Steilküste. Die Landschaft und der Blick übers Meer sind atemberaubend. Tulum entstand um 1200. Im 13. Und 14. Jhdt. war es eine der größten Städte auf Yucatan. 1518 verglich der Kaplan und Chronist Juan Díaz Tulum mit Sevilla.

Das ganze – mit Ausnahme der Seeseite – von einer rechtwinkligen Mauer umschlossene Stadtareal war mit niedrigen Wohnhäusern bebaut, von denen nur noch Sockelmauern zu erkennen sind. Die größeren Tempelbauten tragen heute beschreibende Namen, die nicht authentisch sind. Außerhalb der Stadtmauer standen die Hütten der einfachen Bevölkerung.

Cenoten

Es ist unfassbar heiß und bei hoher Luftfeuchtigkeit nahezu unerträglich Mitte Juni auf Yucatan. Herrlich erfrischend sind da die Cenoten. Es gibt tausende von Ihnen und nach jeder Ruinenbegehung erfrischen wir uns bei einem Bad. Cenote bedeutet in der Sprache der Maya der „Heiliger Quell“. Insgesamt wird die Zahl an Cenoten auf der Halbinsel Yucatán auf über sechstausend geschätzt. Sie besitzen im Durchschnitt eine Tiefe von etwa 15 Metern, die zugehörigen Höhlensysteme vereinzelt auch von über 100 Metern. Cenoten entstehen in meeresnahen Karstgebieten. Durch die Auflösung des Kalkgesteins bilden sich in Zeiten niedrigen Meeresspiegels Höhlen und unterirdische Wasserläufe. Bei hohem Wasserstand wird die Höhlendecke durch statischen Auftrieb gestützt. Sinkender Wasserstand und damit verringerter Auftrieb begünstigt den Einsturz des darüber liegenden Gesteins. Es entsteht eine Tagöffnung, die bis zum Grundwasser reichen kann. Die Maya betrachteten diese Bildungen als Eingänge zur Unterwelt und nutzten sie häufig als religiöse Opferstätten. Die Höhlen galten als Sitz von Göttern der Unterwelt.

Cenote Kuxtal

Heute besuchen wir die Cenote Kuxtal, die eine nahezu vollständig geöffnete Decke hat und daher sehr hell ist. Wir sind hier allein und genießen die durchdringende Frische des Süsswassers, bevor sich ein vollständiger Reisebus über die himmlische Ruhe ergießt.

eo.

Cobá

Wir fahren weiter nach Cobá welches zwischen Tulum und Chichen Itza liegt. Erbaut wurde die alte Zeremonialstätte während der klassischen Mayaperiode (600–900 n. Chr.). In der Blütezeit der Maya war Cobá eine der größten Mayastädte in Yucatan, allerdings war sie aus bis jetzt noch unbekannten Gründen schon bei der Ankunft der Spanier verlassen. Die Stadt nahm eine Fläche von bis zu 70 km² ein. Die Flächenangabe ist jedoch nicht als zusammenhängender Siedlungsraum zu verstehen, da die Maya-Städte einen „offenen Siedlungscharakter“ hatten.

Die archäologische Stätte ist weitläufig und wird von den meisten Besuchern mit dem Fahrrad erkundet. Es ist Montag und Cobà gehört nicht zu den Top-Ruinenstätten im Tourismus. Es ist daher angenehm ruhig und wir laufen lieber unter den Schatten spendenden Bäumen als schweißtreibende Übungen auf dem Fahrrad zu machen. In der sengenden Hitze ist der Schatten der unzähligen Bäume ein Alleinstellungsmerkmal, das wir sehr schätzen.

Valladolid

Strategisch günstig für unsere Reise liegt mit 49.000 Bewohnern das attraktive Städtchen Valladolid. Es ist nicht nur städtebaulich ausgesprochen ansprechend, sondern bietet diverse Boutique Hotels, Restaurants, Cafès und Bars.

Der spanische Conquistador Francisco de Montejo gründete am 28. Mai 1543 in einiger Entfernung vom heutigen Ort an einer Lagune mit dem Namen „langes Wasser“ eine Stadt und benannte sie nach der damaligen Hauptstadt Spaniens Valladolid. Die frühen spanischen Siedler litten unter der Feuchtigkeit und der Moskito-Plage an der Lagune und verlangten in einer Petition, Valladolid weiter ins Landesinnere zu verlagern. Schon 2 Jahre nach Gründung wurde Valladolid an seinem heutigen Ort auf einer Stadt der Maya errichtet, wobei deren Bauwerke niedergerissen wurden, um die Steine für die spanischen Gebäude verwenden zu können. Im folgenden Jahr erhoben sich die Maya, der Aufstand wurde jedoch mit zusätzlichen spanischen Truppen aus Mérida niedergeschlagen.

Valladolid war bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts nach Mérida und Campeche die drittgrößte und -wichtigste Stadt der Halbinsel Yucatán. Sie hatte eine wohlhabende Schicht von Criollos mit Stadthäusern im spanischen Kolonialstil und trug den Spitznamen Sultanin des Ostens.

Cenoten Xkeken & Samula

Heute besuchen wir gleich zwei Cenoten. Xkeken & Samula liegen unmittelbar nebeneinander und werden über Eingangsgebäude erreicht, die vollkommen überdimensioniert zu sein scheinen, die verwahrlost und verlassen sind. Beide Cenoten selbst sind dafür um so spannender. Bei beiden ist die Decke nahezu vollständig in Takt. Man schwimmt in herrlich kühlem, klaren Wasser in riesigen Höhlen mit Stalagtiten und Stalagniten.

Geburtstag

Heute ist ein ganz besonderer Tag: ich habe Geburtstag. Meine Kinder haben mich zum Frühstück eingeladen. Es ist super lecker und gemütlich.

Chichen Itza

Zur Feier des Tages besuchen wir das berühmte Ausgrabungsfeld Chichen Itza und gönnen uns sogar einen deutschsprachigen Guide, der uns insbesondere von der Mythologie der Maya-Kulturen erzählt.  Chichén Itzá ist eine der bedeutendsten Ruinenstätten auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Ihre Ruinen stammen aus der späten Maya-Zeit. Mit einer Fläche von 1.547 Hektar ist Chichén Itzá einer der ausgedehntesten Fundorte in Yucatán. Das Zentrum wird von zahlreichen monumentalen Repräsentationsbauten mit religiös-politischem Hintergrund eingenommen, aus denen eine große, weitestgehend erhaltene Stufenpyramide herausragt. Im direkten Umkreis befinden sich Ruinen von Häusern der Oberschicht.

Zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert muss diese Stadt eine überregional bedeutende Rolle gespielt haben. Wie diese genau aussah, konnte bisher jedoch nicht geklärt werden. Einzigartig ist, wie in Chichén Itzá verschiedene Architekturstile nebeneinander auftreten.

Zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert muss diese Stadt eine überregional bedeutende Rolle gespielt haben. Wie diese genau aussah, konnte bisher jedoch nicht geklärt werden. Einzigartig ist, wie in Chichén Itzá verschiedene Architekturstile nebeneinander auftreten.

Durch die touristische Entwicklung von Yucatán ist Chichén Itzá zu jener archäologischen Stätte geworden, die in Mexiko nach Teotihuacán die meisten Besucher anzieht. Von der UNESCO wurde Chichén Itzá 1988 zum Weltkulturerbe erklärt.

Hier in Chichen Itza war ich bereits in den 80èr Jahren. Damals gab es hier kaum Touristen und alle Gebäude durften noch bestiegen werden. Der touristische Rummel heute ist enorm und abstoßend zugleich. Wir haben uns in dem bescheidenen Cobà und dem pittoresken Tulum wohler gefühlt.

 

IX CAT IK

Zur Feier meines Geburtstages gehen wir abends in ein ganz besonderes Restaurant das IX CAT IK Traditional Cocina Maya. Hier herrscht in einem Innenhof ein wenig die Atmosphäre eines Maya-Dorfes und werden am offenen Feuer Tortillas bereitet. Das Essen sowie die Getränke sind fantasievoll und ungewohnt gewürzt. All die besonderen Zutaten werden uns ausführlich erläutert.

Wir haben leichte Zweifel ob die Maya so feudal gespeist haben. Wie auch immer, es ist ein ganz außergewöhnlicher kulinarischer Abend.

Cenote X`ux Ha

Wir fahren heute zu der Cenote X`ux Ha. Insbesondere im Vergleich zu den gestrigen Cenoten ist das gesamte Gelände rund um die Cenote X`ux Ha neu angelegt und liebevoll gepflegt. Statt auf die absurden Rettungswesten und die penetranten Andenkenländen wird hier darauf Wert gelegt, dass sich die Besucher vor Betreten der Cenote duschen. Wie sinnvoll ist das denn? Wir sind allein. Wir schwimmen in unserer privaten Cenote, erfrischen uns nachhaltig und wollen gar nicht wieder raus in die Hitze des sommerlichen Mexico.

Schreibe einen Kommentar