Die Überfahrt von Las Palmas nach Santa Cruz

Endlich geht die Reise weiter. Nachdem wir gut 7 Wochen in Las Palmas verbracht haben, sehnen wir uns nach neuen Zielen und vor allem nach mehr Sonne, blauem Himmel und etwas wärmeren Temperaturen. Weiter geht die Reise von Las Palmas nach Santa Cruz Teneriffa. Ausgeguckt haben wir uns einen Reisetag Anfang Juli mit mäßigen Winden und wenig Welle, das verspricht uns zu mindestens „Windy“. Vor Sonnenaufgang verlassen wir die Marina um nördlich entlang an Gran Canaria weiter nach Teneriffa zu segeln. Mit der nördlichen Route erhoffen wir uns die Düse zwischen den beiden Inseln zu umgehen. Der überwiegende Teil der Strecke lässt sich auch herrlich entspannt mit guten Winden segeln. Kurz vor Santa Cruz erfreuen wir uns erst am Besuch von einigen Delphinen bis uns dann doch noch ziemlich heftiger Wind erwischt, mit dem wir jetzt gar nicht mehr gerechnet haben. In der Spitze erreichten die Böen eine Stärke von 37 KN (siehe hierzu unseren YouTube-Film Sturm vor der Hafeneinfahrt), daher sind wir froh, als wir endlich die Marina Santa Cruz erreichen. Die Monate Juni, Juli und August (lt einem Blauwasserseminar über die Kanarischen Inseln im April) sollen auch zu den windstärksten auf den Kanaren gehören, ein Revier das sowieso als Starkwindgebiet bezeichnet wird. Auf Basis der Wetter-App Windy versuchen wir zwar immer die windreichsten Zeiten für das Segeln zu vermeiden, aber so präzise sind die Prognosen dann doch nicht im Detail. Zu mindestens lässt sich meistens eine Tendenz ablesen, auf die wir dann immer 5 KN Windstärke hinzurechnen und bzw. die Angaben der Windböen als vorherrschenden Winde in Betracht ziehen.

Auf Insel Erkundung

Für mich, Brigitta ist es der erste Besuch auf dieser Insel, Hannes war bereits vor ein paar Jahren im Norden von Teneriffa. Sehr präsent ist natürlich der über 3.718 m hohe Vulkan Teide, den wir bereits in Agaete/Gran Canaria gesehen haben und uns den trügerischen Eindruck vermittelt „das ist ja gar noch so weit bis Teneriffa“. Auch ist der Teide rund um die Insel von fast jedem Ort aus gut zu sehen, wenn es die Wolken zulassen. Fast den ganzen Monat Juli verbringen wir hier und ca. 1,5 Wochen im August, mit einer Unterbrechung von 2,5 Wochen nach La Gomera – dazu kommt noch ein separater Eintrag. Reichlich Zeit, die Insel gut kennen zu lernen. Nach einem kurzen Aufenthalt in Santa Cruz sind wir mit Heike und Tilo, die uns für 1 Woche besucht haben, nach San Miguel im Süden der Insel gesegelt. In der Marina von San Miguel ist in Summe unser längster Aufenthalt, mit gelegentlichen Abstechern nach Los Cristianos und Playa las Vista, wo wir ankern. Highlights dieser Touren sind die Sichtungen von Grindwalen, die eigentlich recht verlässlich an einer Stelle vor Playa de Las Americas zu sehen sind und einer Riesenschildkröte in der Bucht von Los Cristianos, die uns während einer Kajak-Tour entgegen kommt. Den größten Teil der Insel erkunden wir mit dem Auto, kreuz und quer über die Insel von Puerto Santa Cruz im Norden, den Naturpools in Garachico, der Ort Masca im Westen und Los Gigantes, natürlich der Teide im Zentrum der Insel, um nur einige Sehenswürdigkeiten zu nennen. Die absoluten Highlights kommen, wie auch auf Gran Canaria, erst zum Schluss unseres Aufenthaltes, der herrlich grüne Regenwald im Anagagebirge und die Lavaröhre „Cueva del Viento“ im Norden (siehe hierzu unseren YouTube-Film Wahoo). In der Mitte unserer ersten Etappe auf Teneriffa haben uns Hannes Sohn Tobi und seine Freundin Jana besucht. Mit den beiden geht es dann weiter nach La Gomera. Die Überfahrt von Teneriffa nach La Gomera hat uns ein ganz besonderes Erlebnis beschert aber hierzu im Bericht über „La Gomera“ mehr.

Santa Cruz und Puerto de La Cruz

Die beiden großen Orte im Norden

Santa Cruz ist unsere erste Marina auf Teneriffa und was für ein Unterschied zu Las Palmas. Wesentlich ruhiger, mehr Sonne und herrlich grün, mit vielen Blumen in den Straßen, einladende Restaurants und eine entspannte Einkaufsmeile. Alles wunderbar zu Fuß von der Marina aus zu erreichen. Hier erhalten wir auch unsere beiden Covid Impfungen, was nach diversen Laufereien durch die „Centro de Saluds“ dieser Stadt geklappt und uns Heimflüge nach Hamburg erspart hat.

Puerto de La Cruz hingegen hat uns die ersten beiden Male mit einer dicken Wolkendecke und eher etwas frisch begrüßt. Der eigentliche Anlass diese Stadt zu besuchen, ist weniger aus touristischer Sicht sondern zwei Arztbesuche, für die wir deutschen Ärzte konsultieren, die hier ansässig sind. Nebenbei sehen wir uns natürlich das Städtchen noch ein wenig an.

Santa Cruz

Puerto de la Cruz

An der Nordküste von Teneriffa ist das Meer etwas rauer als an der Ostseite

Garachico, El Drago, Masca und Los Gigantes

Highlights im Norden und im Westen der Insel

Die Naturpools in Garachico haben zwar etwas den Character einer Badeanstalt, faszinieren aber durch die unmittelbare Nähe zum Meer und dass gerade die Becken am Rand immer wieder vom Meer überspült und mit Frischwasser aufgefüllt werden. Masca, dieses kleine Dorf in den südlichen Bergen liegt sehr idyllisch, die eigentliche Attraktion ist aber die Wanderung durch die Masca-Schlucht, die vom Dorf direkt zum Meer führt. Leider kann Hannes die Wanderung mit seinem Sohn und Freundin nicht machen, da der Zugang im Moment gesperrt ist. Ein Besuch in das Dorf lohnt sich aber allemal.

Die enge Strasse, die nach Masca führt.
Das Dorf Masca
Ein Blick auf die Schlucht von Masca
Los Gigantes, die 488 m hohen Klippen sind Europas zweithöchste Steilküste
mit den Giganten im Rücken

Der Teide

Gehört auf Teneriffa zum Pflichtprogramm, aber auch ohne Pflicht unbedingt sehens - und erlebenswert.

Diesen gigantischen Vulkan müssen wir natürlich aus nächster Nähe erleben. Für die Besteigung des Gipfels benötigt man eine Genehmigung, die ca. 1-2 Monate im Voraus beantragt werden muss, allerdings gibt es auch eine Möglichkeit bis kurz unter den Gipfel mit der Seilbahn hochzufahren, was uns völlig bei diesen hochsommerlichen Temperaturen im Juli reicht. Für die Seilbahnfahrt und einer geführten Wanderung bis zum Pico Viejo müssen wir die Karten ebenfalls online reservieren. Aber das funktioniert relativ zeitnah. Bereits der Weg mit dem Auto durch die bizarre Lavalandschaft zur Talstation ist sehenswert. Wir haben Glück und der Teide liegt nicht in den Wolken, so dass wir von oben rundum die tollen Ausblicke genießen können. Teilweise ist der Boden noch warm und es riecht hier und da nach Schwefel – wir sind eindeutig auf einem Vulkan -, der allerdings 1909 zuletzt ausgebrochen ist.

Der Teide von San Miguel aus gesehen
Von der Talstation zur Bergstation geht es ziemlich schnell
Der Wanderweg zum Pico Viejo
Auf dem Weg zur Bergstation, schon etwas dichter dran
Gut besetzte Gondel
Hannes auf dem gut befestigten Weg
Da oben ist der Gipfel
Teilweise noch warm und riecht nach Schwefel
Blick auf den Pico Viego

Grindwale, Delfine und eine Schildkröte

Tiersichtungen in der freien Natur sind immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis

Delphine, die das Boot begleiten, Grindwale, die uns das erste Mal, kurz nachdem wir aus Santa Cruz auslaufen, begegnen und da scheinbar noch schlafen, da sie nur ganz langsam an der Oberfläche dahingleiten und an einer besonderen Stelle vor der Playa Las Americas, wo sie scheinbar ein festes Revier haben.

Ganz speziell erleben wir die Sichtung einer Riesen-Meerschildkröte, als wir mit dem Kajak in der Bucht vor Los Cristinos unterwegs sind. Im ersten Moment kam uns der braune Fleck auf dem Meer eher wie ein vor sich hintreibender Müllbeutel vor, bis sich plötzlich ein kleiner Kopf aus dem Meer heraushob. Vor lauter Aufregung schaffte ich es kaum, dass Handy so schnell richtig herumzudrehen, um ein Foto zu machen.

Delphine am Boot
Grindwale
Grindwal
Grindwal, eigentlich gar nicht so viel größer als die Delfine aber Rückenflosse und der Kopf sehen schon ganz anders aus
Delfine
Delfin, so nah dran
Kleiner Kajakausflug mit aufregender Begegnung
Da schwimmt die Schildkröte an uns vorbei und steckt den Kopf ein wenig aus dem Wasser
Schon wieder ein wenig abgetaucht

San Miguel, Los Abrigos und El Medano

Immer hart am Wind

San Miguel laufen wir im Juli und August mehrfach an. Insofern können wir gar nicht sagen, ob wir 3-, 4- oder 5-mal in diesem kleinen Hafen waren. Einen Platz für uns hatte er immer. Nach einigen Ankernächten in den Buchten von Los Cristianos und Las Americas und unserem gut 2-wöchigen Ausflug nach La Gomera kehren wir immer hierher zurück. San Miguel ist Basis für diverse Autoausflüge, Shoppingtouren zum Bunkern bei Lidl und zum Werkeln am Schiff, um z.B. eine Waschmaschine einzubauen. Ursprünglich und eigentlich will Hannes gar keine Waschmaschine.

Hannes: Argumente:

                    Brigitta: Alles sicherlich Argumente, die nicht ganz unzutreffend sind, abeeeeer …..

Hannes: Jeder Hafen hat irgendwo eine Möglichkeit, dass Wäsche gewaschen werden kann.

                     Brigitta : die Zeit (mindestens 2 Stunden) und das Geld (im Schnitt ca. € 30,00 Euro alle 1,5 Wochen) sind nicht ganz unerheblich. Wenn wir vor Anker liegen, dann erweitert sich der Aufwand noch um den Transport der Wäsche per Dingy in den Hafen. Außerdem wird häufig die Wäsche nicht richtig sauber.

Hannes: An Bord ist gar kein Platz, wo die Maschine untergebracht werden kann.

                    Brigitta : Wenn man bereit ist im Gästebereich auf die Staumöglichkeit einer großen Schublade unter dem Bett zu verzichten, ist hier eine gute Möglichkeit geschaffen.

Hannes: Bei der Stromselbstversorgung ohne Generator verbraucht eine Waschmaschine viel zu viel Strom.

                   Brigitta: Kann ich im Moment noch nicht genau abschätzen, aber da die Waschmaschine nicht so groß werden wird, sollte der Stromverbrauch hoffentlich in einem verträglichen Rahmen bleiben… unnnnnnd ….. andere Yachten fahren auch Waschmaschinen über die Weltmeere und bekommen es in den Griff.

Nach diversen Gesprächen zu diesem Thema mit anderen Segeln und meiner „sanften“ Nachdrücklichkeit zu diesem Thema, hat sich Hannes breitschlagen lassen und ist mit mir eine Waschmaschine kaufen gegangen. Den Einbau und Inbetriebnahme hat Hannes ziemlich zügig erledigt und seitdem erfreuen wir uns an der Unabhängigkeit unsere Wäsche wann immer und wo immer waschen zu können. Das schnelle Trocknen übernimmt die Sonne und der Wind immer schnell und zuverlässig.

Los Abrigos steuern wir immer mal wieder zwischendurch über eine ca. 4-5 Kilometer lange Promenade zu Fuß an. Hier gibt es ein vorzügliches Fischrestaurant „Las Perlas“ mit herrlichem Blick auf den kleinen malerischen Hafen.

Ein Stückchen weiter nördlich befindet sich El Medano, eine El Dorado für Surfer und Kiter. Auf diese Ecke von Teneriffa weht immer ein kräftiger Wind, den wir auch viel in der Marina San Miguel zu spüren bekommen. Morgens ist es häufig recht windstill und im Laufe des Vormittags frischt der Wind auf, am frühen Abend legt er sich dann häufig wieder.

San Miguel ist fest in "Golfer" Hand.
Unsere offene Küche
Lecker Essen in der Marina auf dem Schiff
Der Blick vom Boot in die Hafenausfahrt. Hier knallen die Welle teilweise ganz schön an Land
Erste zaghafte Versuche mit dem SUP im Hafenbecken... nur nicht reinfallen
Arbeiten am Unterschiff des Dingy´s, so kann das SUP auch hilfreich genutzt werden.
Vorbereitungsarbeiten für die Installation der Waschmaschine
Jetzt muss die Waschmaschine nur noch an Bord kommen.
Lecker Fisch essen im Las Perlas
Der kleine Hafen von Los Abrigos
Blick aus dem Restaurant auf den kl. Hafen

Impressionen von El Medano

Los Cristianos und Playa de Las Americas

Vor Anker mit Blick auf das Strandleben

In den beiden Buchten einmal um die Ecke von San Miguel im Südwesten von Teneriffa ankern wir ein paar Mal. An diesen Teil von Teneriffa kommen die meisten Touristen, die einen klassischen Strandurlaub in der Sonne und am Meer verbringen wollen. Dementsprechend touristisch ist es hier. Wir genießen einfach das Anker-Dasein, gehen häufig von Bord aus schwimmen und fahren mit dem Dingy gelegentlich an Land. Was aber auch nicht so einfach ist, da die Lifeguards es nicht gerne sehen, dass die Dingy´s am Strand geparkt werden. Leider müssen wir unsere Ankeraufenthalte meistens nach einigen Nächten wieder abbrechen, da es uns trotz Katamaran irgendwann zu schaukelig wird. 

Die MariaNoa in Gesellschaft von anderen Segeljachten

Anaga Gebirge

Der erfrischende grüne Norden von Teneriffa.

Durch unseren zweiten Impftermin in Santa Cruz kommen wir nach dem Abstecher nach La Gomera noch einmal zurück nach Teneriffa. Im Anaga Gebirge sind wir bis jetzt noch nicht gewesen aber Tobi und Jana haben uns davon vorgeschwärmt. Insofern wollen wir uns die Gegend dort auch noch gerne ansehen. Die Begeisterung der beiden ist nicht übertrieben, uns gefällt es auch unglaublich gut hier. Es gibt traumhafte Wanderwege durch die grünen Wälder, die aufgrund der tiefhängenden Wolken immer recht feucht gehalten werden. Die Stämme und Äste der Bäume sind überall mit Moos überzogen, was der ganzen Gegend ein mystisches Flair gibt. Gut, dass wir uns das nicht haben entgehen lassen.

Cueva del Viento

Lange hat es gedauert, aber dann haben wir doch noch Karten für eine Führung für Europas längsten Lavaröhre bekommen

Zwei vergebliche Anläufe haben wir vorher schon unternommen, um einen kleinen Teil der längsten Lavaröhre von Europa zu erkunden. Karten kann man nur online für bereit gestellte Termine erhalten. Mitte Juli und im August waren die Führungen immer so gut gebucht, dass wir keinen Termin für uns gefunden haben, Anfang September haben wir dann mehr Glück. Eine steile Wanderung vom Büro des Veranstalters bringt uns zum Eingang der Lavaröhre, wo wir mit Sicherheitshelm, warmer Kleidung und Kopflampe in die Röhre hinabsteigen. Durch unseren Guide Jochen erhalten wir umfangreiche Informationen über die Entstehung einer solchen Röhre als die Lava Richtung Meer geflossen ist. Nicht nur die Besichtigung der Röhre sondern auch ein Rundgang außerhalb der Röhre sind Bestandteil der Tour, wobei wir noch interessante Details zur Vegetation und äußeren Beschaffenheit der Röhre erfahren.

Gleich geht es unter Tage

Proviantierung

Große Ereignisse bzw. lange Törns werfen ihre Schatten voraus . Wer Europa verlässt, muss ein wenig vorsorgen

Demnächst steht die ca. 7-8 tägige Fahrt zu den Kap Verden und danach dann die Atlantiküberquerung auf dem Programm. Ralf und Gaby von der SY Katinka, die bereits seit einigen Wochen auf den Kap Verden auf ein Zeitfenster für den Törn nach Französisch Guayana warten, haben uns gewarnt, dass die Preise und die Auswahl in den Supermärkten auf den Kap Verden nicht mit denen auf den Kanaren zu vergleichen sind. Auf Teneriffa sind die großen Supermärkte sehr gut bestückt, daher schlagen wir mit einem Großeinkauf an Konserven und anderen haltbaren Lebensmitteln zu. Auf MariaNoa werden alle Dosen mit dem Inhalt beschriftet und die Etiketten abgelöst, bevor alles unter der Sitzecke im Salon verstaut wird. Da mehrere Lagen übereinander gestapelt sind und eine Übersichtlichkeit, wo sich was befindet auf den ersten Blick absolut nicht mehr erkennbar ist, führen wir eine Bestandsliste ein und beschriften die Ränder der Stauräume grob mit Überbegriffen der einzelnen Lebensmittel. Dies erspart uns hoffentlich, dass wir bei der Suche nach einzelnen Lebensmitteln das ganze Fach ausräumen müssen. Außerdem haben wir so eine bessere Übersicht, was überhaupt an Lebensmitteln vorhanden ist.

Sortiert auf dem Tisch
Ein Mensch ohne Träume ist wie ein Boot ohne Segel