#7_Überführung

#7_Überführung

Das Gesamtpaket, welches ich gekauft habe, bestand grundsätzlich aus drei Bausteinen: die Lagoon 40 inkl. einiger Serienausstattungen von Lagoon selbst, der Umbau mit PV-Anlage und Lithium Batterien von RobinMarine und die Überführung der Yacht von Les Sable nach Gibraltar durch das englische Unternehmen Reliance.

Tempo, Tempo, Tempo

Am 04.03.2021 kam das südfranzösisches Pärchen Philippe und Veronique im Auftrag und Namen von Reliance an Bord, um am kommenden Tag abzulegen. Ein paar Tage früher als geplant, da ein günstiges Wetterfenster mit stetig achterlichen Winden dazu einlud. Ein kurzer Stop beim Hafenmeister und schon ging es hinaus auf die Biscaya. Nach anfänglich frischem Wind schlief dieser fast vollständig ein und wir begannen das erste Mal zu motoren. Schnell lernte ich, hier geht es um eine Überführung: ja, vorne steht natürlich die Sicherheit, aber dann geht es bereits um Tempo, Tempo, Tempo. Alles unter 6 kn ist inakzeptabel. Und wenn der Wind eben nicht ausreicht, wird eben motort.

8 Bft. und 4-5 m Welle

Erst am Cap Finistere frischte der Wind wieder auf, dann aber auch so sehr, dass MariaNoa bei 8 Bft. und 4-5 m Welle mächtig durchgeschüttelt wurde und in die Wellen krachte. Hier lernte ich, dass das Schiff fast alles abkann, nur der zukünftige Eigner muss sich an offshore-Bedingungen erst noch gewöhnen.

Philippe und Veronique

Philippe ist ein versierter Segler und meist führte er die Manöver allein durch, denn dann ging es schneller als mit unserer Hilfe. Veronique ist eine verlässliche Rudergängerin und eine begnadete Köchin. Herzlichen Dank an dieser Stelle für die leckeren Gerichte, die sie aus unseren umfangreichen Vorräten gezaubert hat.

Veronique, die super Köchin

24/7

Die Tage entwickelten sich zu den Pausen zwischen den Nächten. Nachtwachen von 3 Stunden prägten die 24/7-Reise nach Gibraltar und später weiter nach Lanzarote. Es ging somit im rasenden Tempo Richtung Süden entlang der spanisch/portugiesischen Westküste mit einem 20 Minuten Tankstop in Cascais – Corona bedingt wollte uns dort auch niemand länger haben. Schade um diese faszinierenden Landschaften, die wir nicht besuchen konnten. Nach dem Cabo de Sao Vicente änderten wir den Kurs Richtung Cadiz, um hier den für die Garantieansprüche der Yanmar-Motoren wichtigen Servicestop einzulegen. Einige wenige Stunden an Land und schon ging es weiter nach Gibraltar, wo wir ebenfalls nach wenigen Stunden inkl. Tankstop die Fahrt nach Lanzarote fortsetzten. Der ursprünglich geplante Crewwechsel war Corona-bedingt unmöglich.

Auf Nachtwache mit Rotlichtlampe

Containerriesen und Öltanker

Die Straße von Gibraltar ist in jedem Fall eine echte Herausforderung. Wie auf einer Autobahn ziehen hier die ganz Großen, die Containerriesen und Öltanker ihre Bahnen. Als kleines Segelschiff hilft hier nur Vollgas, denn die Großen können weder bremsen noch ihren Kurs korrigieren.

Der Affenfelsen von Gibraltar
Schiffsverkehr in der Straße von Gibraltar

Nach insgesamt 10 Tagen mehr oder weniger nonstop sind wir in der Marina Lanzarote angekommen und haben wieder Land betreten – nur komisch, dass hier alles so schwankt!

Philippe und Veronique waren eine perfekte Überführungscrew – herzlichen Dank auch an Reliance für die sichere Fahrt. Fair winds!

In der Marina Lanzarote

Schreibe einen Kommentar